Kollaboration
CRESST ist ein Experiment mit kryogenen Detektoren im Gran Sasso
Untergrundlabor zur Suche nach Teilchen kalter dunkler Materie, den
sogenannten "WIMPs"
Die beteiligten Universitäten und Forschungseinrichtungen sind:
Max Planck Institut für Physik
München (Werner-Heisenberg-Institut), Technische Universität
München, University of
Oxford,
Laboratori Nazionali del Gran Sasso
(LNGS/INFN) und
Universität
Tübingen
CRESST wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im
Sonderforschungsbereichs
375 "Astro-Teilchenphysik" und im Rahmen des
Netzwerks "Applied
Cryodetectors" der ECC TMR gefördert.
Der Sprecher der Kollaboration ist Wolfgang Seidel (MPI für Physik).
Der Experimentaufbau
Da die erwartete Ereignisrate sehr gering ist, muss das CRESST- Experiment gut
abgeschirmt sein gegen jede Art der Strahlung. Zum Schutz vor der
Höhenstrahlung befindet sich der Aufbau im Gran Sasso-Untergrundlabor in
Italien, unter etwa 1300 m Fels. Herzstück des Aufbaus ist der Kryostat mit
einer großen Probenkammer. Diese Probenkammer ist von insgesamt etwa 30 t Blei
und Kupfer zur Abschirmung radioaktiver Strahlung umgeben.Zur Reduzierung des
durch Neutronen induzierten Untergrunds wurde zusätzlich um die
Bleiabschirmung eine Schicht aus Polyethylen von etwa 40 cm Dicke
eingebaut. Polyethylen weist einen höheren Wasserstoffanteil als Wasser
auf und ist damit als Neutronenmoderator sehr gut geeignet.
Trotz der Lage in einem Untergrundlabor können noch Myonen in den
Detektoren Signale erzeugen. Um dies zu erkennen, wird derzeit ein Myonveto
aufgebaut.
WIMP-Nachweis mit Kryodetektoren
Trotz des geringen Wechselwirkungsquerschnitts der WIMPs mit baryonischer
Materie ist die vielversprechendste Methode zum direkten Nachweis dieser
Teilchen die Messung von deren Streuung und der dadurch ausgelösten
Kernrückstöße. Jedoch liegt die zu erwartende Rate nur bei einzelnen
Ereignissen pro kg Targetmaterial und Jahr und die übertragene Energie ist
gering (wenige bis wenige zehn keV).
Aufgrund niedriger Energieschwellen und guter Energieauflösung sind
Tieftemperatur- oder Kryodetektoren besonders für diesen Nachweis geeignet.
Als Target dient ein Kristall, auf dessen Oberfläche ein empfindliches
Thermometer aufgebracht wird. Der Kernrückstoß durch ein Teilchen produziert
Gitterschwingungen (Phononen), die sich als Temperaturerhöhung in dem
Thermometer bemerkbar machen.
CRESST hat dieses Prinzip mit 262 g schweren Saphir-Kristallen und einem
Wolframfilm am Übergang vom supraleitenden zum normalleiten-den Zustand als
Thermometer umgesetzt und neue Grenzen für den Wechselwirkungsrate leichter
WIMPs (m < 5 GeV/c²) bestimmt, siehe G. Angloher et al., Astroparticle
Physics 18 (2002) 43-55.
Die Betriebstemperatur der Detektoren beträgt etwa 10 mK.
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